

Unser Blick auf die Märkte – Juni `26
Aktienmärkte volatil aber positiv
Die Schwankungsintensität (Volatilität) an den Kapitalmärkte hat in den letzten Monaten klar zugenommen – unterm Strich waren die globalen Aktienmärkte im 2. Quartal aber nicht zu bremsen.
Treibende Kraft dafür waren unter anderem die Friedensverhandlungen am Persischen Golf sowie ein fallender Öl-Preis, der den europäischen Aktien zu einer starken Performance verhalf. Derweil ist in den USA und in Asien der Hype um Chips, Rechenleistung und um alles, was mit KI zu tun hat, das klare Zugpferd. Auch wenn die KI-getriebenen Unternehmen immer wieder auf dem Prüfstand stehen.
Mit großer Spannung wurde der größte Börsengang aller Zeiten erwartet: Am 12.06. diesen Jahres ging SpaceX an die Börse. Zusammenfassend war der IPO (Initial Public Offering) ein gigantischer Triumph für Elon Musk und die beteiligten Banken – für Investoren ein bislang positives allerdings auch ein hochvolatiles Investment.
Staatsanleihen hingegen taten sich im 2. Quartal deutlich schwerer in der Entwicklung. In einem Umfeld weiter steigender Staatsverschuldung sowie einer erhöhten Inflation dürften diese Anleihen weiterhin belastet bleiben.
Edelmetalle wie Gold verloren seit Ausbruch des Iran-Krieges deutlich an Wert. Die langfristigen Treiber für den steigenden Goldpreis – allen voran die Käufe der Notenbanken und die wachsende Staatsverschuldung – bleiben aber weiterhin ein möglicher Fürsprecher.
Irankonflikt: fragile Waffenruhe
Seit Ausbruch des Irankriegs bestimmte der Konflikt die Energiepreise und damit unmittelbar die Inflationsentwicklung weltweit. Eine zweiwöchige Waffenruhe Anfang April wurde mehrfach verlängert, aber auch wiederholt verletzt. Solange die Straße von Hormus in ihrer Funktion als globale Öl-Transitroute eingeschränkt bleibt, dürfte der Energiepreisdruck anhalten – mit direkten Folgen für die globale Inflationsentwicklung und die Geldpolitik. Solange kein belastbares Friedensabkommen besteht, bleibt die Lage fragil.
EZB: Zinserhöhung im Juni
Die Europäische Zentralbank hat eine geldpolitische Kehrtwende vollzogen; noch zu Jahresbeginn waren leichte Zinssenkungen eingepreist – inzwischen hat sich das Bild gedreht. Der EZB-Rat hat am 11. Juni 2026 beschlossen, die Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Das ist die erste Zinserhöhung seit knapp drei Jahren.
Fed: Stabwechsel in der Führung
Auch jenseits des Atlantiks hat sich die geldpolitische Ausgangslage verändert. Kevin Warsh hat offiziell das Amt von Jerome Powell als Vorsitzender der US-Notenbank übernommen. Warsh, der dem Board of Governors der Fed bereits von 2006 bis 2011 angehörte, ist somit kein Unbekannter. Er steht vor großen Herausforderungen; die US-Inflationsrate lag im April weiter hoch bei 3,8 Prozent, was für Zinserhöhungen sprechen würde, doch der politische Druck aus dem Weißen Haus auf die Notenbank die Leitzinsen zu senken bleibt weiter bestehen. Bislang scheint Warsh diesem jedoch standzuhalten.
10 Jahre Brexit – ein Fazit
Im Juni 2016 entschied sich das Vereinigte Königreich für den Austritt aus der EU. UK erhoffte sich dadurch mehr Selbstbestimmung und auch eine stärke Wirtschaft.
Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass das britische Bruttoinlandsprodukt heute etwa vier bis acht Prozent niedriger ausfällt, als es ohne den Brexit der Fall wäre. Vor allem der Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion belastet den Handel. Der Brexit führte zu höheren Kosten, mehr Bürokratie und mehr Kontrollen an den Grenzen. Die EU war und ist der wichtigste Handelspartner. Schätzungen zufolge ist der Handel zwischen den beiden Wirtschaftsregionen um etwa 20 Prozent niedriger als er es ohne Brexit wäre. Das Ende der Personenfreizügigkeit erschwert es britischen Unternehmen Arbeitskräfte aus der EU zu rekrutieren und die Unsicherheit während der zähen Austrittsverhandlungen belastete die Investitionen in das Vereinigte Königreich stark. Inzwischen haben beide Parteien ein Handels- und Kooperationsabkommen geschlossen – beiden Seiten bewegen sich wieder aufeinander zu.
2. Halbjahr 2026 – vorsichtiger Optimismus
Geldpolitik, Inflation, geopolitische Auseinandersetzungen und die US‑Zwischenwahlen werden im zweiten Halbjahr im Fokus stehen.
Geopolitik und die daraus unsicheren Energiepreisentwicklungen stellen weiterhin einen hohen Unsicherheitsfaktor dar – bieten aber auch Einstiegsmöglichkeiten.
Grundsätzlich haben weder US-Präsident Donald Trump noch das Regime im Iran ein Interesse an einem langen Konflikt. Somit könnte sich – wenn auch langsam – die Weltkonjunktur vom Iranrückschlag erholen und der Inflationsdruck abnehmen.
Dies könnte dem europäischen Wirtschaftswachstum, das unter den hohen Energiepreisen leidet, wieder zu der ursprünglich prognostizierten Dynamik verhelfen. Allerdings belastet das europäische Wachstum auch das Schwergewicht Deutschland: Angesichts der Unsicherheit über den künftigen Kurs der deutschen Wirtschaftspolitik halten sich viele Unternehmen mit Investitionen zurück. Die Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen zwar zunehmend die Konjunktur, aber die bisherigen Reformen wie der „Investitionsbooster“ und der „Bau-Turbo“ haben nicht ausgereicht. Eine bessere deutsche Konjunktur würde auch auf andere europäische Länder ausstrahlen, für die Deutschland oftmals weiterhin der wichtigste Handelspartner ist.
Die Schäden der „Trumpschen“ Wirtschaftspolitik spiegeln sich in einer langsam abnehmenden Dynamik der US-Konjunktur wider. Zwar stützen die Steuersenkungen, doch die steigende Inflation infolge des Iran-Kriegs trifft auch die amerikanische Bevölkerung. Weiterhin größter Wachstumstreiber für die USA ist und bleibt das Thema künstliche Intelligenz – auch wenn der Boom in Taiwan und Südkorea einen noch größeren Schub als in den USA aufweist. Wie sich die Machtverhältnisse von Trump nach den Zwischenwahlen verschieben und welche Auswirkungen dies auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik haben werden, ist noch ungewiss.
Der Nahe Osten bestimmt weiterhin die Richtung: Die Märkte dürften volatil bleiben, selbst wenn die Leitzinsen vorerst auf aktuellem Niveau verharren. Als Kernbestandteile im Depot bleiben Energiewerte und der KI-Sektor unverzichtbar.
MIT STRATEGIE ZUM ERFOLG
Es bleibt die wiederkehrende Erkenntnis, dass langfristige Perspektiven und eine klare Anlagestrategie auch in turbulenten Zeiten die besten Ergebnisse liefern können. Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Regionen hinweg hat dazu beigetragen, Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen. Wir blicken optimistisch in die Zukunft und sind überzeugt, dass wir weiterhin erfolgreich durch die Turbulenzen der Märkte navigieren werden.
Disclaimer: Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
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